Lillys Blog Auch Dackel bloggen


11. Dezember 2007

Die Geschichte vom Teich im Winter

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 22:22

Hier im Garten sind zwei Teiche. Michael sagte zwar, dass sei das “Tote Meer im Bonsai-Format”, aber er redet oft so einen Blödsinn. Ich habe natürlich als kleiner Welpe den Teich gleich entdeckt und als mein Rudel auf der Terrasse saß, habe ich mal schnell gezeigt, wie gut ein Dackel schwimmen kann. Leider wurde ich dafür nicht belohnt. Michael meinte, ich würde wie Aas stinken und mußte gleich unter die Dusche. Stimmte natürlich, aber ich liebe das Wasser, auch wenn es stinkt, und werde Euch noch viel erzählen.
teichJetzt gehe ich nur heimlich rein, im Sommer ist das Ufer voller Pflanzen, aber jetzt, wo alles abgemäht ist, sieht der Teich trostlos aus.

Michael hat mir da eine Geschichte erzählt, die er mit seinem Vorgänger-Rudel erlebt hat. Einer seiner 3 Hunde, Moritz, war schon älter und ist blind geworden. Der arme Kerl konnte nicht mehr jagen, aber im Garten und im Haus kannte er sich aus, da merkte man kaum, dass er nichts sehen konnte. Nur wenn Michael nach Hause kam, dann drehte er sich immer vor lauter Freude und dann hat er für kurze Zeit die Orientierung verloren. Aber Maxi und Till, die beiden anderen Kameraden, passten immer besonders auf ihn auf.

Nur einmal nicht richtig, im Winter, da passierte folgendes. Moritz stand vor der Terrassentür und wollte noch einmal raus. Kein Problem, das machte er immer so. Es war schon sehr spät, draußen hatte es begonnen zu schneien. Michael ging ins Bad und als er zurückkam, war Moritz immer noch draußen. Michael rief, kein Moritz kam, Michael pfiff, nichts passierte. Da höre Michael Till laut bellen und schon rannte er, nur mit einem Bademantel bekleidet, zum Teich. Dort schwamm Moritz, ganz verzweifelt, weil er das Ufer nicht fand. Durch den Schneefall hatte er seine eigene Fährte nicht mehr gefunden und ist im Teich gelandet.
Da lief Michael zur Höchstform auf. Wie einer vom DLRG rein in den Teich, Moritz geschnappt und ihn ins Bad getragen. Dort hat er ihn tüchtig abfrottiert, dann hat er den Haarfön geholt und ihn trockengeföhnt - eine ganze Stunde lang, bis er richtig trocken war. Und weil er Angst hatte, dass er sich eine Lungenentzündung geholt haben könnte, bekam er die seltene Ehre, im Bett schlafen zu dürfen. Michael war richtig in Sorge.
Am nächsten Morgen stand Moritz auf, als wenn nichts gewesen wäre, begrüßte sein Rudel und ging in die Küche, sein Frühstück zu holen.
Und sein Cheffe? Der lag im Bett und hatte sich eine dicke fiebrige Erkältung eingehandelt.
Schade, dass ich damals nicht in dem Rudel war, zu gerne hätte ich Michael im Schnee nackt im Teich seinen Moritz retten sein.