Lillys Blog Auch Dackel bloggen


30. November 2007

Im Fresstempel

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 13:54

Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr, ich muß so ungefähr ein gutes halbes Jahr alt gewesen sein. Michael sagte da zu Dagmar, das kommt der Kunde (den Namen habe ich vergessen) aus Kassel mit seiner Frau, um Steintrennmaschinen für sein Betonwerk   zu kaufen. Nach dem Gespräch müssen wir mit ihm in den Fresstempel gehen, wo es immer 3 Erbsen an 4 Bohnen auf 2 Kartoffeln gibt.
Ich wurde schon ganz unruhig, aber Dagmar sagte, wenn Du dich anständig benimmst, nehmen wir Dich mit. Michael murmelte dann noch sowas, da werd ich ja nie satt, vorher schiebe ich mir besser noch nen Döner rein. Kenne ich nicht, Döner. Früher hat er wenn er unterwegs war, immer mal gesagt, dass er sich einen Döner holt. Jetzt sagt er das nicht mehr, Dagmar meinte nämlich mal, denk an das Gammelfleisch.
Wir also in diesen Fresstempel, wo die Aussicht schon mit 50 % Aufschlag auf die Preise berechnet wird.
Michael sagte zu Dagmar, für den Preis der Suppe machen andere 3 Tage Urlaub. Ich hatte ja nichts von dem Essen, ich konnte nicht mal aus dem Fenster sehen. Michael sagte zu mir: Hundeplatz! Und ich legte mich gemütlich unter den Tisch und schlief. Vorher hat Michael noch seinen Fuß auf die Leine gestellt. Als ich dann wach wurde, war es langweilig unter dem Tisch. Aber ich sah ganz viele Beine, also waren da ja viele Menschen, die ich unbedingt noch kennenlernen mußte.
Da habe ich ganz vorsichtig, damit Michael nichts merkt, angefangen, die Hundeleine durchzubeissen. Herrlich! Das Leder schmeckte so gut, aber ich wollte ja zu den anderen Gästen. Da die mein Rudel mit den Kunden in intensiver Unterhaltung war, habe ich die Gelegenheit ergriffen und bin erst mal weggeflitzt. Da saßen 2 am Tisch. Ich mich davor gesetzt und sie mit meinen Dackelaugen angesehen. Aber die haben nicht reagiert. Also zum nächsten Tisch, die waren ja so nett. Die haben mich gestreichelt und gekrault und ich habe mich gleich auf den Rückengelegt, das war richtig schön. Und so bin ich gemütlich von einem Tisch zum nächsten gegangen. Alle Menschen haben gelacht und sich gefreut und mein Rudel hat nichts gemerkt.
An einem Tisch haben die beiden Gäste mir überhaupt keine Beachtung geschenkt. Da bin ich etwas am Hosenbein der Dame hochgesprungen. Die hat vielleicht geschrien, so hat die sich erschrocken. “Nehmen Sie sofort den Hund da weg” kreischte sie in dem Lokal, die Kellner kamen so schnell angeflitzt, da wäre sogar mein Freund Pepe neidisch geworden. Da merkte auch mein Rudel, was ich angestellt hatte. Michael stand auf, holte mich, tat so, als würde er mit mir schimpfen  und flüstere mir ins Ohr: “Haste gut gemacht, Du alte Gewitterzicke”. Dann bin ich aber ohne Leine ganz brav unter dem Tisch geblieben. Schade, wenn Pepe dabei gewesen wäre, wäre es sicher noch viel lustiger geworden.

29. November 2007

Mein Freund der Kater Pepe

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 17:30

Es waren ja viele neue Sachen, die ich kennengelernt habe. Nur Hunde waren nicht da. Unsere Nachbarn hatten einen großen Berner Sennhund, Boy, ein ganz lieber Freund, aber damals war der auf Amrum und machte dort 2 Monate Urlaub.
Leider ist Boy mit Christa und Jürgen vor 3 Jahren weggezogen, wir waren alle ganz traurig und nachher habe ich gehört, dass Boy leider gestorben ist.
Auf der Koppel waren zwar viele Kühe, aber das ist langweilig. Als ich größer war, habe ich die immer über die Koppel gejagt, das hat vielleicht gestaubt!!! Michael hat zwar immer gemeckert und gesagt, der Bauer würde mich eines Tages erschiessen, aber der redet oft so einen Blödsinn. Es macht doch so viel Spass, 50 Kühe mit Gebell über die Koppeln zu jagen. Ich bin zwar ein Winzling, Michael, aber das hätten selbst Deine großen Jagdhunde nicht geschafft. Sonnabends sind wir immer in die Hundeschule zur Spielstunde gegangen, da konnte ich Michael zeigen, dass ein Winzling ganz schön clever ist und schön war es auf Spaziergängen, wenn wir andere junge Hunde oder Welpen getroffen haben.

Aber einen guten Freund hatte ich sofort. Pepe. Michael sagt immer, das ist der Revierkater, aber das stimmte nicht. Pepe hat mir mal gesagt, dass er für Katzen nichts übrig hat, er sei kastriert. Pepe lebte nicht im Haus bei unseren Nachbarn, er lebte im Pferdestall, wo aber keine Pferde mehr sind. Er wurde jeden Tag gefüttert, da stand bei Christa auch immer eine Schale Milch. Wenn Pepe nicht aufgepasst hat, bin ich schnell hin und hab sie ausgeschleckt. Leider war meine Schnauze dann immer ganz weiß und das hat mich verraten. “Sauf keine Milch, Du kriegst nur die Scheisserei” hat Michael gesagt. Aber die schmeckt so gut, lieber die Scheiss…, als auf die Milch verzichten. Abends kam Pepe dann in der Küche auf die Fensterbank und holte sich noch eine Extraportion Futter ab.
Wenn Pepe richtig gute Laune hatte, legte er mir eine tote Maus hin. Als Zeichen der Freundschaft habe ich die die dann sofort gefressen. Dagmar drehte sich der Magen um und Michael schüttelte nur mit dem Kopf und mumerlte sowas wie “alte Zicke”.
Mit Pepe habe ich immer richtig getobt, aber in den letzten Jahren wurde er sehr alt und wollte nicht mehr. Ich habe mit Pepe geschimpft, habe gebellt, aber er gab mir einfach ein paar Ohrfeigen, was mich immer noch wütender machte, aber er hatte einfach keine Lust zum Spielen und Toben.
Die letzte Zeit hat er dann beim Nachbarn im Haus gelebt. Eines Tages im Frühjahr war Pepe verschwunden, wir haben ihn überall gesucht. In der Zeit wurden die Wiesen und Koppeln gemäht und wir nehmen an, dass Pepe von einem Mäher überfahren wurde.
Mach’s gut alter Junge! I miss you!

Pepe1

Aufforderung zum Tanz!

pepe2

Was ist das denn für ein Tanz? Kenne ich nicht.

pepe3

Okay, Du führst, Pepe. Mal bin ich unten….

pepe4

mal bist Du unten. Der Tanz gefällt…..

pepe5

und am Schluss gehen wir gemeinsam Leckerchen fressen.

28. November 2007

Bei meinem neuen Rudel

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 21:31

Fast neun Wochen war ich bei dem Züchter in Rendsburg und habe mit meinen Geschwistern gebalgt. War eigentlich richtig schön. Ich mußte nichts machen, nur fressen und schlafen und wachsen. Zwischendurch kam mal so ein Kerl, der hatte so Spritzen in der Hand und hat uns alle gepickst, naja, tat nicht richtig weh, aber ich glaube, die nannten den Tierarzt oder so.
Geschlafen haben wir alle in einer schönen Kiste, haben übereinander gelegen und alle paar Stunden kam unser Züchter, lud uns in eine Wanne und brachte uns in den Garten. Auf dem Foto von gestern könnt Ihr das ja gut sehen. Er sagte immer, wir sollen uns lösen. Michael sagt dazu manchmal, ich soll Bächlein machen. Dann tobten wir noch auf dem Rasen rum bis wir hungrig und müde waren, bekamen Milch von unserer Mutter und Futter aus dem Napf, so ging das jeden Tag.
Zwischendurch kamen dann immer Dagmar und Michael. Hab’ mich schon immer gefreut, denn dann bekam ich ein paar Extraportionen Krauler und Streichler und konnte bei meinen Geschwistern angeben.

Eines Tages kam der Züchter, lud mich mit seiner Frau ins Auto und dann ging es nach Bullenkuhlen. Komischer Name, dachte ich, mal sehen, was so auf mich zukommt. Ganz allein, ohne meine Brüder und Schwester. Mensch, war ich aufgeregt, dieses Auto, die Geräusche. Dann kamen wir an. Dagmar und Michael hatten schon gewartet, ich durfte gleich auf dem Rasen laufen, bekam Wasser zum Saufen und dann setzen die sich in den Gartenpavillon und tranken Kaffee.
Ich war ja sooo müde und bin gleich im Pavillion eingeschlafen. Als ich wach wurde, waren meine Züchter weg, jetzt war ich ganz allein mit meinem Rudel.
Bin dann den beiden immer nachgelaufen, wollte sehen, was es in Bullenkuhlen so alles gab und was die so machten.
Das waren ja neue Eindrücke……

rasen.jpg
Ich weiß nur noch, abends im Haus lag ich in meinem Körbchen und habe meine Geschwister vermisst und ein wenig gejault. Dagmar und Michael sind eine Wendeltreppe nach oben gegangen, jetzt war ich ganz allein.
Am nächsten Morgen, als beide runterkamen, habe ich mich riesig gefreut, endlich war mein Rudel wieder zusammen. Ich habe mich so gefreut, dass ich ein kleines Freudenbächlein gemacht habe, aber das kam danach nie mehr vor, ich hatte ja gelernt, dass man das draußen auf dem Rasen erledigt. Nie mehr, so ganz stimmt das nicht, ich glaube 2 x ist das noch passiert. Muss aber unter uns bleiben.
Aber da verstand ich Michael nicht. Ich lag vor der Tür und wollte raus. Und er? Er las Zeitung und wenn der Zeitung liest, vergisst der die Welt um sich herum. Da muß er sich nicht wundern. Sonst ist er ja okay und seine Stimmung erkenne ich daran, wie er zu mir spricht.  ”Na, mein altes Mädchen”, dann ist er gut gelaunt, dann kann ich mir alles erlauben, ohne dass er böse wird. Wenn er sagt: “Lilly, du olle Kanalratte”, dann hau ich lieber ab in mein Körbchen, das sagt er nämlich immer, wenn ihm was nicht gefällt, was ich so angestellt habe.
Und manchmal muss man ja was anstellen, sonst ist es doch langweilig in Bullenkuhlen.
Davon schreib ich, wenn er wieder vor seinem Fernseher sitzt und bloggt. Manchmal raunzt er seinen Fernseher an, (er nennt den Fernseher PC oder Computer) Altes Sch…Mistding, ich schmeiss Dich gleich in die Elbe.

27. November 2007

Wie alles so begann

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 21:41

Ich heiße Lilly und bin der Rauhhaardackel von Dagmar und Michael. Das Wort “Frauchen und Herrchen” mag ich nicht und habe deshalb beschlossen, darauf nicht zu reagieren. Schließlich bin ich ein Dackel.Seit einem Jahr ist es immer mal gaaanz langweilig. Dann bloggt Michael und ich liege nur rum und warte, dass was passiert. Aber nichts passiert, überhaupt, wenn Dagmar und Michael an diesem scheußlichen Fernseher sitzen, sie sagen dazu PC, passiert nichts.
Ist ja auch kein richtiger Fernseher, denn sonst könnte ich ja da die Sendung mit der Maus sehen.Also habe ich mir gedacht, wenn der Chef im Haus bloggt (Chef, haha, da muß ich heimlich lachen - das verrate ich Euch jetzt schon, das sagt er immer von sich, ist er aber nicht, erst komme ich in der Rangfolge, dann Dagmar und dann erst er, er ist nur so etwas wie ein Abteilungsleiter hier bei uns), dann kann ich in die Zeit ja auch bloggen und Euch von mir erzählen. Was ich so erlebt habe und ganz besonders, wie ich mein Rudel Dagmar und Michael erzogen habe. Ich erzähle hier mal, was ich so alles erlebt habe und erlebe.
Ich stelle mich mal vor. Dass ich Lilly heiße, das wisst Ihr ja jetzt, ich bin in der Nähe von Rendsburg geboren, das ist da, wo der Nord-Ostsee-Kanal ist, also weit im Norden und bin jetzt 8 ½ Jahre alt. Und ich habe schon so vieeel erlebt, davon erzähle ich Euch.

(Mit meinen Geschwistern )

Augenblick, ich muss mal eben zwischenspeichern, sonst muss ich wieder von vorne anfangen, immer die Belehrungen von Michael, dabei speicher ich ganz ungern, oder kennt Ihr einen Hund, der seinen Knochen oder seine Würstchen speichert?
Als ich so 4 oder 5 Wochen alt war, kamen die beiden von meinem Rudel, Dagmar und Michael. Sie wollten unbedingt eine Hündin haben, ich hatte noch eine Schwester, also war die Auswahl nicht groß. Da nahmen die beiden mich abwechselnd auf den Schoss, war ja ganz schön, ich wurde gekrault und gestreichelt, aber als ich sah, dass meine Geschwister Hunger hatten und bei meiner Mama säugen wollten, bin ich runter und habe meinen Bruder von der dicksten Zitze, die immer am meisten Milch gibt, verjagt, Das hat Michael richtig gut gefallen, er meinte nämlich, er will keinen Hosenscheisserhund. So ein blöder Quatsch, als wenn ich Hosen tragen würde. Der redet nämlich oft so einen Blödsinn, ich hör’ dann schon gar nicht mehr hin.
Jedenfalls hörte ich, wie er sagte, dass er unbedingt einen Hund aus jagdlicher Zucht wollte.
Er hatte vorher nämlich immer große Jagdhunde und wollte jetzt mal einen “Winzling”. Winzling, so was Blödes - der wird sich wundern dem werde ich es zeigen was ein Rauhhaardackel für ein Winzling ist.
Jagen geht Michael ja schon lange nicht mehr. Er sagt, in Großstadtnähe ist die Jagd verkommen, da will er nichts mit zu tun haben. Aber ich merke schon, wie es ist, wenn er so mit mir durch die Feldmark streift. Was der alles sieht. Der sieht in 200 m jeden Fuchs, aber auf 2 m sieht er nicht, wenn Dagmar ein neues Kleid hat. Das nur so nebenbei.
Wie das alles so weiterging, wie ich Dagmar und Michael erzogen habe erzähle ich dann, wenn Michael wieder bloggt.